Realistische Selbstverteidigung - Selbstverteidigungskurse Gruppenstunden & Privatstunden in Selbstverteidigung  

! Vergewaltigung !

Es gibt niemals ein Patentrezept, wie man sich "wenn es mal doch passiert ist" verhalten soll.

Reaktionen nach einer Vergewaltigung

Wie auch immer Sie nach einer Vergewaltigung reagieren, ob wie gelähmt oder ganz ruhig, ob mit Wut, Trauer, Ohnmachtsgefühl, Angst oder anders. Es gibt keine Standardreaktion, was immer Ihre Umwelt dazu meint.
Niemals trifft Sie die Schuld, egal was Sie getan, gesagt, nicht getan, nicht gesagt haben.

Über die Vergewaltigung mit anderen Frauen zu reden, kann dazu beitragen, das Geschehen klarer zu machen und helfen, damit zu leben.
Darüber zu lesen, dass viele andere Frauen ähnliches erlebt haben, kann helfen, damit zu leben.
In einer Selbsthilfegruppe mitzumachen, kann helfen, damit zu leben.
Die Gefühle zu Papier zu bringen, sei es geschrieben, gemalt oder anders, kann helfen, damit zu leben.


Jede Ihrer Reaktion ist angemessen und richtig.

Ärztliche Untersuchung


In jedem Fall ist es wichtig, dass Sie so bald wie möglich zu einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt, zu der/dem Sie Vertrauen haben, gehen. Dies ist, auch wenn Sie einer ärztlichen Versorgung nicht unbedingt bedürfen und noch nicht wissen, ob sie den Täter anzeigen wollen, von Vorteil: So gehen Spuren und mögliche Beweise für spätere Ermittlungen nicht verloren.

Lassen Sie sich auf Verletzungen, schmerzhafte Stellen, Sperma, auf Geschlechtskrankheiten, Schwangerschaft und u. U. auf AIDS untersuchen. Über den Befund sollte ein Gutachten, zumindest aber eine Bescheinigung ausgestellt werden, in dem auch Angaben über blaue Flecken und einen möglichen Schockzustand enthalten sind.

Anzeige: JA / NEIN

Es kann sein, dass Sie sich nicht sicher sind, ob Sie den Vergewaltiger anzeigen wollen. Nehmen Sie sich für eine solche Entscheidung Zeit und lassen Sie sich von niemandem unter Druck setzen. Sie können eine Anzeige auch noch nach Tagen, Monaten oder Jahren erstatten.

Nur Sie alleine können beurteilen, ob in dieser ambivalenten Situation für Sie persönlich die Vorteile oder die Nachteile überwiegen.

Vorteile:
Die Vorteile einer Anzeige liegen prinzipiell darin, die erlittene sexualisierte Gewalt öffentlich zu machen und vor allem, sich zumindest im Nachhinein aktiv gegen den Täter zur Wehr setzen zu können. Dies ist eine Möglichkeit, den übermächtigen Gefühlen von Hilflosigkeit und Ohnmacht wenigstens ein Stück weit entgegenzuwirken und so das Erlebte möglicherweise besser zu verarbeiten.
Außerdem wird der Vergewaltiger durch eine Anzeige zur Verantwortung gezogen und im Falle seiner Verurteilung vor erneuten Übergriffen eher zurückschrecken als wenn die Tat selbst für ihn folgenlos bleibt.

Nachteile:
Gegen eine Anzeige spricht vor allem, dass das Ermittlungsverfahren und der Prozess von vielen Frauen als sehr belastend empfunden werden.
Sie müssen damit rechnen, dass Sie im Verfahren, sowohl durch die Polizei als auch später bei der gerichtlichen Verhandlung detailliert zum Tathergang befragt werden. Dadurch werden Sie sich an Gefühle und Erlebnisse erinnern, die sie am liebsten vergessen würden. Zu erwarten ist außerdem, dass besonders der Verteidiger des Angeklagten versuchen wird, Ihre Aussagen unglaubwürdig zu machen. Auch wird es für Sie nicht zu umgehen sein, während des Verfahrens erneut mit dem Täter konfrontiert zu werden.

Haben Sie Anzeige erstattet, kann diese nicht mehr zurückgezogen werden, denn Polizei und Staatsanwaltschaft sind zu weiteren Ermittlungen verpflichtet, da es sich bei einer Vergewaltigung um ein Offizialdelikt handelt.

Sprechen Sie mit einer Vertrauensperson Ihrer Wahl.