| KampfSPORT - KampfKUNST - REALISTISCHE SV
- Kampfsport
Wie der Name schon sagt handelt es sich bei Kampfsport überwiegend
um "Sport".
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Als die Kampfkünste im "Westen" populär wurden, tauchten
schon wieder mal die Fragen auf "Wer ist der beste in seiner Kampfsportart"
und "Welcher Kampfsport ist der bessere". So organisierte man
Wettkampfveranstaltungen um dies herauszufinden. Da es ja die verschiedensten
Kampfarten und Techniken gab, die meisten davon tödlich oder zumindest
die Gesundheit des "Sportlers" gefährden würden, hat
man sich auf Regeln geeinigt. Wie z. B. welche Techniken man einsetzen
darf und wohin getreten oder geschlagen werden darf und welche Körperteile
Tabu sind. Um das ganze hier abzukürzen; alle effektiven Techniken
waren im Kampfsport verboten worden. Dies ist natürlich verständlich,
denn sonst gäbe es nur kurze Kämpfe, die auch tödlich für
den einen oder anderen "Sportler" ausgehen könnte. Auch
die Versuche durch statistische Auswertungen herauszufinden (durch die
Anzahl der gewonnenen Wettkämpfe), welcher Kampfstil nun der bessere
sei, ist natürlich völliger Unsinn.
Die sportlichen Leistungen der Jugendlichen, Frauen und Männer bewundere
ich natürlich auch. Und wenn man eine Kampfsportart ausübt ist
man natürlich konditionell und tempomäßig einem Unsportlichen
überlegen; diese Tatsache sagt jedoch nichts über die Qualifizierung
zur realistischen Selbstverteidigung aus.
- Kampfkunst
Schon immer haben wir die Asiaten bewundert wie anmutig, schön und
elegant sie ihre Bewegungen ausführen. Dies sehen wir in den Formen
(manche nennen es auch Schattenboxen) die sie praktizieren, aber auch
in den Partnerübungen und meisterlichen Darstellungen der Verteidigungstechniken.
In diesen Kampfkünsten und deren Formen sind meistens effektive Bewegungsabläufe
und Techniken zur Selbstverteidigung enthalten. Diese "Tatsache"
ist jedoch den wenigsten bewusst. Kampfkunst- oder Kampfsport-Studenten
lernen die Formen auswendig um bei ihrer Prüfung den nächst
höheren Grad zu erreichen, ohne den Sinn der Form(en) jemals "richtig"
verstanden zu haben. Sie können aber nichts für diese Tatsache,
denn ihre Lehrer waren (sind) auch nur Schüler die es nicht anders
gelernt hatten.
Den wenigsten die eine Kampfkunst ausüben und diese auch als Kunst
betrachten ist bewusst, dass sie eigentlich hervorragende Techniken zur
Selbstverteidigung beherrschen, diese jedoch aus Unkenntnis nicht anwenden.
Aber auch die Kenntnis dieser Selbstverteidigungstechniken qualifiziert
sie nicht zur "realistischen Selbstverteidigung".
- realistische Selbstverteidigung (RSV)
Was ist den nun "realistische Selbstverteidigung" und wie ist
man denn dafür qualifiziert. Ist es denn zusammengefasst der Kampfsport
und die Kampfkunst, sowie die Techniken aus den Formen und die jahrelange
Übung. Meine Antwort darauf: nun sowohl auch, als auch nicht.
Das Beherrschen eines oder mehrerer Kampfstile und das Wissen der effektivsten
Techniken zur Selbstverteidigung nützen einem nichts, wenn man auf
einen Ernstfall nicht vorbereitet ist.
Hierzu ein paar Erfahrungen aus meinem Leben:
Erste wichtige Erfahrung
Als ich ungefähr 12 Jahre alt war spielte ich mit meinem Bruder und
meinem Cousin, die beide 3-4 Jahre jünger sind als ich, auf einer
öffentlichen Wiese. Wir rauften spielerisch , als ein 16-18 jähriger
Jugendlicher vorbeikam und mich aufforderte die Beiden in Ruhe zu lassen,
sonst gäbe es Schläge. Darauf antwortete ich ihm, dass wir nur
spielen und dass ihn dass gar nichts angehen würde. Er packte mich
daraufhin ohne ein weiteres Wort am Hals, ich lies mich instinktiv fallen,
hielt beide Hände fest und warf ihn mit einem Fallrückzieher
(aus Judo) über mich. Als er wieder aufstand, war er gewarnt und
hat mich mit seiner Kraft und seinem Gewicht (er wog mind. doppelt so
viel wie ich) zu Boden gezwungen und mich in den Schwitzkasten genommen.
Er lies mich erst los, als ich blau angelaufen schon halb das Bewußtsein
verloren hatte.
Ich konnte ihn also nur einmal Überraschen, da ich nicht wusste
was ich tun sollte nachdem ich ihn zu Boden warf. Weglaufen wäre
klug gewesen, aber ich hatte auch noch Angst um meinen Bruder und meinen
Cousin.
Überraschung ist also eine gute Waffe
Zweite wichtige Erfahrung
Als ich selber 16 Jahre alt war trainierte ich schon etliche Jahre Taekwondo
und Karate und war einer der besten Schüler meiner Schule. Eines
Nachts (Morgens ca. 2:30) ging ich von einer Diskothek zu Fuß nach
Hause. Ich war müde und frustriert, da der Abend in der Disko richtig
langweilig war, und dachte nur an mein Bett. Auf einmal hörte ich
Laufgeräusche hinter mir, sah mich um und da kamen zwei Kerle auf
mich zugerannt. In diesem Moment dachte ich mir aber nichts dabei, sah
wieder nach vorne und ging ganz normal weiter, ich war Müde. Der
größere von Beiden war zuerst bei mir angelangt und packte
mich sofort am Hals. Instinktiv schubste ich ihn weg und fragte was dass
soll. Darauf erwiderte er, ich hätte seine Freundin "angemacht",
was aber nicht stimmte, denn ich war die ganze Zeit alleine in der Disko
rumgestanden und hatte mich nur gelangweilt. Ich versuchte ihm also zu
erklären, dass dies nicht stimmen kann und dass er mich verwechselt.
In diesem Moment traf der Zweite ein, stellte sich in Kampfposition und
forderte mich auf "komm her, na komm her.." - Ich sah ihn an
und lächelte, da mir das ganze wie ein Witz vorkam; ich hatte keine
Angstgefühle. In diesem Augenblick (da ich unaufmerksam war) traf
mich die Faust des Großen mit voller Wucht von der Seite ins Gesicht.
Ich fiel um und zerbrach dabei einen Holzzaun. Ich denke dass ich erst
in diesem Moment meinen Adrenalinstoss bekam. Auf dem Boden liegend sah
ich Fäuste und Füße auf mich einhämmern. Als ich
dann Aufstand (die meisten Attacken wehrte ich irgendwie ab) hatte ich
eine Zaunlatte mit zwei rostigen Nägeln in der Hand. Die Angreifer
sprangen zurück und ich dachte mir nur, "nein das kannst du
nicht einsetzen" und warf die Zaunlatte wieder weg und versuchte
wieder zu erklären, dass dies doch nur ein Missverständnis sei.
Worauf ich wieder von den Beiden attackiert wurde, bis ein Taxifahrer
vorbeikam und die Zwei darauf hin wegliefen. Auf das Angebot vom Taxifahrer
die Polizei zu rufen habe ich verzichtet und ging nach Hause, da ich einfach
nur ins Bett wollte. Schmerzen hatte ich keine, die kamen erst am nächsten
Tag.
So, was ist also hier passiert?
Ich trainierte doch schon seit etlichen Jahren, war einer der besten Schüler
der damals größten Kampfsportschule Münchens und wurde
dann im Ernstfall ja doch nach Strich und Faden vermöbelt.
Haben Sie ein einziges mal gelesen, dass ich mich gewehrt hätte?
Nein. Hatte ich Angst oder Schmerzen? Nein, ich hatte nur Angst die Beiden
zu verletzen und die Schmerzen hatte ich erst am Morgen danach. Ich war
einfach ein Trottel, der die Situation nicht erkannte und sich deshalb
auch nicht wehren wollte. Ich wollte nur ein Missverständnis aufklären,
dass zwar gar kein's war - denn diese beiden haben nur nach einem solchen
Trottel wie mir gesucht, den sie vermöbeln können - und ich
dies nicht erkannte.
Sportlich einer der besten zu sein und seine Kampfkunst zu beherrschen
ist also nicht ausschlaggebend, wenn man die Situation nicht erkennt.
Vorbereitet sein und die Situation erkennen wenn sie da ist,
ist ausschlaggebend.
Dritte wichtige Erfahrung
Seit diesem Zeitpunkt bin ich mit offenen Augen durch die Welt gegangen
und habe mehrere gefährliche Situationen ohne körperliche Auseinandersetzung
beenden können. Dies war mir aber nur durch meine Einstellung zum
Leben (ich will niemanden schaden oder verletzen), rechtzeitiges Erkennen
der Situationen und der Bereitschaft mein Leben, oder dass meiner Familie
oder Freunde ohne zu zögern mit allen Mitteln zu beschützen.
Diese Bereitschaft und dieses Selbstbewußtsein muss man aber ausstrahlen.
Diese Ausstrahlung ist aber nicht durch schauspielerisches Talent zu bewerkställigen,
sondern durch das Wissen dass man sich wehren kann und dies auch kompromisslos
tun wird, wenn es die Situation erfordert.
Wenn es dann doch dazu kommen sollte, sich wehren zu müssen,
benötigt man aber kein unerschöpfliches Arsenal an Techniken,
da es uns nur in der Reaktionszeit behindern könnte. Es genügen
also nur ein paar wenige Techniken, die man in und aus jeder Situation
einsetzen kann.
Diese sind auch in Selbstverteidigungskursen zu erlernen.
Die Bereitschaft mit allen Mitteln seine Gesundheit und sein
Leben zu verteidigen muss man ausstrahlen.
Hinweis und Warnung
Meine Erfahrungen die ich oben erwähnte sind natürlich nicht
vollständig und die Lehre daraus nicht auf jede Person übertragbar.
Auch schon deswegen, weil jeder meine Aussage anders deuten wird, oder
in gleichen oder ähnlichen Situationen war und ganz andere Lehren
daraus gezogen haben mag.
Auch möchte ich vor Selbstverteidigungskursen warnen, die einem
so genannte "selbstmörderische" Techniken beibringen. Welche
das nun sind kann ich hier im einzelnen nicht auflisten, da man Techniken
nicht in laienhafter Sprache beschreiben kann, ohne das diese missverstanden
werden; mit Fachausdrücken kann man übrigens auch missverstanden
werden.
Der gesunde Menschenverstand sagt einem ob dies oder jenes in einer "realistischen"
Situation funktionieren könnte. Dabei sollten Sie sich fragen, ob
SIE dieses dann auch für sich so umsetzen können. Was bei dem Einem geht, muss bei Anderen nicht funktionieren.
Ein individuelles Training, wo der Lehrer auf den Schüler eingehen kann ist also beim Thema "Selbstverteidigung" besonders wichtig.
Ich habe schon Klassen unterrichtet mit mehr als 100 Schülern pro Klasse, wo alle ihr Kursziel erreicht haben, auch die zweite und dritte Stufe u.s.w. - die Erfahrung des Lehrers ist hier ebenfalls von entscheidender Bedeutung.
Trotzdem tendiere ich zu kleineren Gruppen, um noch mehr auf die einzelne Person eingehen zu können.
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